Apothekengründung 2016

Auszug aus der Analyse der apoBank zu Apothekengründungen 2016

Apothekengründungen 2016

Immer mehr Frauen unter den Existenzgründern

Gut zwei Drittel der berufstätigen Apotheker sind weiblich, doch nur 47 Prozent der Apothekeninhaber sind auch Frauen (Quelle: ABDA). Dieses Verhältnis verändert sich langsam.

Die Zahlen der Existenzgründungen zeigt: Der Anteil der weiblichen Apothekerinnen erhöht sich seit Jahren stetig. Er lag 2016 bei 58 Prozent, zwei Jahre früher noch bei 54 Prozent.

Existenzgründung mit 50plus: Apothekerinnen trauen sich

15 Prozent der Apothekerinnen, die sich 2016 für die Existenzgründung entschieden haben, waren 50 Jahre und älter. Bei den männlichen Apothekengründern machten sich dagegen lediglich 2 Prozent in diesem Altersabschnitt selbständig.

Die meisten Apotheker/innen (54 Prozent) lassen sich in einem Alter zwischen 30 und 39 Jahren nieder. Das Durchschnittsalter der Existenzgründer beträgt laut Auswertung der apoBank 38 Jahre. 

Der Vergleich nach Geschlechtern zeigt große Unterschiede: Im Schnitt entscheiden sich Frauen mit 39,6 Jahren knapp vier Jahre später für die eigene Apotheke als Männer mit 35,7 Jahren. Entsprechend zeigt ein Blick auf die jüngste Gründergeneration, dass nur 6 Prozent der Frauen, aber 14 Prozent der Männer bei ihrer Niederlassung in einer eigenen Apotheke jünger als 30 Jahre waren.

Die Investitionsbereitschaft bei Frauen steigt

Die durchschnittlichen Investitionen, die Apothekerinnen bei der Existenzgründung tätigen, sind in den letzten Jahren gestiegen: von 400.000 Euro 2014 auf 493.000 Euro 2016 um 23 Prozent. Immer noch investieren Frauen zurückhaltender als ihre männlichen Kollegen (2016: 628.000 Euro), aber die Unterschiede werden kleiner.

Dies deckt sich mit Trends aus anderen Heilberufsgruppen. Auch hier treten Frauen oftmals mit geringeren Gesamtinvestitionen den Weg in die Selbständigkeit an. Ein Grund dafür ist  der gezahlte Übernahmepreis. Männer entrichten häufig höhere Kaufpreise als Frauen, übernehmen gleichzeitig auch größere und umsatzstärkere Praxen bzw. Apotheken.

Investitionen in Apothekenverbünde stark gestiegen

Existenzgründer, die eine Apotheke übernommen haben, zahlten 2016 im Schnitt einen Kaufpreis von 396.000 Euro. Allerdings bildet ein solcher Durchschnittswert nicht die tatsächlichen Marktpreise ab. Die jüngste Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zu den Apothekengründungen 2016 weist eine große Spreizung auf: Bei 26 Prozent der Übernahmen lag der Preis unter 150.000 Euro und damit deutlich unter dem Schnitt, während 22 Prozent für 600.000 Euro oder mehr den Inhaber wechselten.

Favorit der Gründungsarten: Die Übernahme

Seit Jahren ist die Übernahme einer bestehenden Apotheke zwecks erstmaliger Niederlassung in einer Einzel- bzw. Hauptapotheke die dominierende Niederlassungsart.

Apothekengründung: Trend zum Filialgeschäft

Laut der apoBank-Analyse befinden sich die Apotheken weiter auf Konsolidierungskurs: Bei 35 Prozent der Apothekengründungen handelte es sich 2016 um Filialapotheken. Die Ergebnisse zeigen eine entsprechend starke Bereitschaft, in die Expansion zu investieren: Für die Übernahme einer Apotheke zwecks Filialbildung zahlten die Apotheker 2016 mit 432.000 Euro im Schnitt einen deutlich höheren Kaufpreis als im Vorjahr (2015: 321.000 Euro).

Auch die Bereitschaft ganze Apothekenverbünde zu übernehmen, steigt weiter an: 22 Prozent der Apotheken wurden 2016 so übernommen (2015: 20 Prozent). Für solche Komplettübernahmen (in der Regel zwei Betriebsstätten) wurde ein durchschnittlicher Kaufpreis von knapp einer Million Euro gezahlt. Zuzüglich der Warenlager und weiterer Investitionen belief sich die Gesamtsumme im Schnitt auf über 1,35 Millionen Euro. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Jahr davor (2015: 1,05 Millionen Euro).

 

Die apoBank analysiert jährlich das Existenzgründungsgeschehen von Apothekern. Basis der Analyse bilden die Apothekenfinanzierungen, die die Bank im letzte Jahr begleitet hat.