Apothekengründung 2018

Analyse der apoBank zu Apothekengründungen 2018

Kaufpreis für Apotheken

Zwischen symbolischem Euro und Spitzenpreis

Zwei Drittel unterhalb des Durchschnitts

Laut der jüngsten Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zu den Apothekengründungen 2018 lag der durchschnittliche Kaufpreis einer Apotheke bei 458.000 Euro. Gegenüber 2018 ist er im Schnitt um 73.000 Euro gestiegen.  

Dennoch hat der durchschnittliche Kaufpreis nur begrenzte Aussagekraft. Insbesondere die hohen Anteile der beiden niedrigen und der größten Kaufpreisgruppen sprechen dafür, dass es den „typischen“ Preis nicht gibt. So wurden 63 Prozent der Apotheken zu einem günstigeren Kaufpreis unterhalb des Durchschnitts gekauft, während gut ein Drittel oberhalb lag.

Insbesondere der Blick auf den Median mit  nur 340.000 Euro zeigt, dass einige sehr teure Apotheken den Durchschnitt von 458.000 Euro stark nach oben ziehen.

Trend zum OHG-Apotheker

Gemeinsame Selbständigkeit zunehmend beliebt

Der Apothekenmarkt verzeichnet immer mehr Offizinen, die als Offene Handelsgesellschaften (OHG) organisiert sind. Diese Form bietet eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Apothekern gemeinsam niederzulassen. Die apoBank-Analyse zeigt, dass sich 2018 acht Prozent der Apothekengründer als Gesellschafter für die OHG entschieden haben. 2017 lag dieser Wert noch bei 5 Prozent, 2016 immerhin bei 6 Prozent.  

Der Apothekenmarkt - ein klassischer Übernahmemarkt

Niederlassungs- und Filialisierungspräferenzen nahezu unverändert

Die klassische Niederlassung in einer Einzelapotheke durch Übernahme einer bestehenden Apotheke ist seit Jahren die dominierende Gründungsoption. 2018 lag hier der Anteil der durch die apoBank begleiteten Apothekengründungen bei 58 Prozent (2017: 60 Prozent).  

Ein Blick auf die Filialapotheken zeigt dagegen einen stagnierenden Abwärtstrend: So sank 2018 der Anteil der Filialneugründungen auf 5 Prozent (2017: 7 Prozent), im gleichen Zuge erreichte der Anteil der übernommenen Apotheken zwecks Filialbildung nur 27 Prozent (2017: 25 Prozent, 2016: noch 31 Prozent).

Favorit der Gründungsarten: Die Übernahme

Seit Jahren ist die Übernahme einer bestehenden Apotheke zwecks erstmaliger Niederlassung in einer Einzel- bzw. Hauptapotheke die dominierende Niederlassungsart.

Apothekenverbünde: Größe und Investitionen gestiegen

Jede Fünfte Apotheke wird in einem Verbund übernommen

21 Prozent aller Apothekenübernahmen fanden 2018 in einem Verbund statt - das heißt, es wurden mehrere Apotheken des bisherigen Inhabers komplett durch einen Apotheker übernommen. In der Regel handelt es sich dabei um eine Hauptapotheke mit ein oder zwei Filialen. Die Größe der übernommenen Apothekenverbünde liegt durchschnittlich bei 2,3 Apotheken.

Dabei nahm der durchschnittliche Übernahmepreis weiter zu und belief sich 2018 auf 1,320 Millionen Euro. Durch die Übernahme der Warenlager und weitere Investitionen in die Apotheken stiegen die durchschnittlichen Gesamtinvestitionen für einen Apothekenverbund auf 1,722 Mio. Euro an und lagen damit deutlich über den Vorjahren.

Mittelstädte bei Apothekengründern beliebt

Zweithöchste Übernahmepreise in Mittelstädten

Auch die Betrachtung der Gründerzahlen nach Lage zeigt interessante Ergebnisse:

Bei der Standortwahl scheinen vor allem mittelstädtische Gemeinden mit 20.000 bis unter 100.000 Einwohner für Apotheker attraktiv zu sein. Im Verhältnis zur dort lebenden Bevölkerung (29 Prozent) wurden hier 2018 mit 34 Prozent überdurchschnittlich viele Apotheken übernommen beziehungsweise neu gegründet. Die Attraktivität der Mittelstadt äußert sich auch in den Kaufpreisen: mit 460.000 Euro lagen sie dort 2018 auf dem zweithöchsten Platz.

Weniger beliebt waren Kleinstädte, in denen zwar 29 Prozent der Bevölkerung leben, aber nur 24 Prozent der Apothekengründungen stattfanden. Hier lagen die Übernahmepreise mit 544.000 Euro deutlich auf dem ersten Platz.  

Nur 7 Prozent der Apothekengründung erfolgten in ländlichen Regionen. Hier lagen die Übernahmepreise bei Landapotheken immerhin noch bei durchschnittlich 433.000 Euro.

Andere Übernahmepreise im Osten Deutschlands

Für Apotheken im Osten Deutschlands wurden 2018 die geringsten durchschnittlichen Übernahmepreise gezahlt. Durchschnittlich 405.000 Euro haben Apothekengründer im Osten Deutschlands für eine Übernahme gezahlt. Obwohl hier im Vergleich zu den anderen Regionen tendenziell umsatzstärkere Apotheken übernommen wurden, scheint sich diese Entwicklung nicht direkt im Übernahmepreis widerzuspiegeln.

Im Gegensatz dazu zahlten pharmazeutische Existenzgründer im Westen Deutschlands mit im Schnitt 501.000 Euro die höchsten durchschnittlichen Übernahmepreise.

Die apoBank analysiert jährlich das Existenzgründungsgeschehen von Apothekern. Basis der Analyse bilden die Apothekenfinanzierungen, die die Bank im letzte Jahr begleitet hat.

Methodik
Diese Analyse basiert auf einer Stichprobe von rund 330 Apothekengründungen, die durch die apoBank im Jahr 2018 begleitet wurden. Die Daten wurden anonymisiert ausgewertet.