Existenzgründung Hausärzte 2017

Auszug aus der Analyse der apoBank zu Existenzgründungen 2017

Hausarztpraxen: Praxisinvestitionen auf dem Höchststand

Die gezahlten Kaufpreise für die Übernahme einer Einzelpraxis sind gegenüber 2015 um rund 20 Prozent auf durchschnittlich 94.000 Euro gestiegen. Diese Niederlassungsform (in einer Einzelpraxis durch Übernahme einer bereits bestehenden Praxis) war die häufigste und mit durchschnittlich 143.000 Euro Gesamtinvestitionen auch die teuerste.

Gesamtinvestitonen sind der Kaufpreis - dessen ideeller Wertanteil vom Patientenstamm, dem Image und der Lage der Praxis abhängt, - plus die weiteren Investitionen in medizinisch-technische Geräte, Einrichtung, EDV sowie Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen. Diese weiteren Kosten sind auf einen Höchststand von durchschnittlich 49.500 Euro angewachsen.

Hausarztpraxen 2017: Einzelpraxis bleibt die häufigste Niederlassungsart

52 Prozent der hausärztlichen Existenzgründer haben sich bei der Niederlassung für die Einzelpraxis entschieden. Sie ist die häufigste Form der Existenzgründung und findet in der Regel durch die Übernahme einer bereits bestehenden Praxis statt. Nur 6 Prozent der Praxisgründungen waren tatsächliche Neugründungen.  

Attraktiv für Hausarztpraxen: eine Großstadt im Westen

Ein Blick auf den Zusammenhang zwischen Kaufpreisen und geographischer Lage zeigte, dass Hausärzte im Westen Deutschlands mit knapp 105.000 Euro im Schnitt die höchsten Preise für Praxisübernahmen zahlten. In den östlichen Bundesländern lagen die Durchschnittswerte mit 81.000 Euro am niedrigsten, während im Norden und Süden die Preise dazwischen rangierten.

Junge Ärzte entscheiden sich häufiger fürs Land als ältere

Junge Hausärzte gründen eher auf dem Land als ältere.

Die Auswertungen der hausärztlichen Existenzgründungen zeigen ein interessantes Bild, wenn man das Gründungsverhalten der einzelnen Generationen vergleicht:

  • Der Anteil der Ärzte bis 35 Jahre, die sich in ländlichen Gebieten niedergelassen haben, liegt seit Jahren deutlich höher als in den Altersgruppen darüber.
  • Gleichzeitig lassen sich die junge Hausärzte im Vergleich zu ihren älteren Kollegen seltener in der Großstadt nieder.

Das widerspricht der Auffassung, dass die junge Generation das Landleben scheuen würde. Ob ein Standort letztendlich als attraktiv gesehen wird, bedingt stark die öffentliche Infrastruktur sowie die dort vorherrschenden Arbeits- und Lebensbedingungen. 

Die Analyse der Existenzgründungen unter den Hausärzten 2017 wird jährlich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sowie dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegt.