Niederlassung für Ärzte

Mit dem Begriff Niederlassung wird im Allgemeinen die Neugründung oder Übernahme einer Arztpraxis bezeichnet. Darunter fällt die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit in einer Einzelpraxis, einer Gemeinschaftspraxis, einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder einer Praxisgemeinschaft.  

Heutzutage ist die Selbständigkeit bei akademischen Heilberuflern vielseitiger geworden. Neben der klassischen Einzelpraxis können junge Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte alternative Wege in die eigene Praxis gehen. Eine ständige Verfügbarkeit ist nicht mehr zwingend. Wer sich eine flexible Arbeitszeitgestaltung, fachlichen Austausch und Synergieeffekte wünscht, muss nur die richtige Wahl treffen.

Niederlassung für Ärzte: Wahlmöglichkeit Voll- oder Teilzeit

Die selbständige Tätigkeit ist für Ärzte und Zahnärzte seit 2007 nicht mehr nur in Vollzeit möglich. Die Alternative ist eine halbe Zulassung, der sogenannte beschränkte Versorgungsauftrag.

Vertragsärzte mit halber Zulassung müssen anstelle von 20 nur zehn Mindestsprechstunden in der Woche anbieten. Auch der Bereitschaftsdienst verringert sich um die Hälfte. Entsprechend lässt sich mit einer halben Zulassung die Arbeitszeit deutlich reduzieren.

Interessant ist dieses Modell unter anderem für Ärzte, die sich eine Zulassung teilen wollen, z. B. in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) mit zwei halben Zulassungen. Sie können neben der Niederlassung in beschränktem Umfang weiter in der Klinik arbeiten oder Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren.

Niederlassung für Ärzte: Allein oder gemeinsam

Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Frage, ob man eine Einzelpraxis mit allen Herausforderungen der Eigenverantwortung führen will oder eine Kooperation mit einem Kollegen eingehen möchte. Für Kooperationen sprechen eine gewisse Flexibilität in puncto Arbeitszeitgestaltung, der fachliche Austausch und die mögliche Kosteneinsparung.

Wer eine Kooperation bevorzugt, sollte zunächst die eigene Kooperationsfähigkeit prüfen. Teamfähigkeit ist gefragt. Kompromissfähigkeit ist eine Voraussetzung. Insbesondere Ärzte, die in der Ausbildung bereits längere Zeit in einer Klinik tätig waren, konnten hierzu bereits Erfahrungen sammeln.

Darüber hinaus braucht es ein gemeinsames Konzept, eine "Idee" zur Positionierung der Praxis. Neben die fachliche Ergänzung tritt die sinnvolle Spezialisierung.